Gespeichert von Christoph am/um So, 11/05/2023 - 00:00
Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Pauly
Landauer Matinee
05. November 2023
Frank-Loebsches-Haus - 11.00 Uhr
Kaufhausgasse 9, Landau
Die Zeit des Königs Josia (Regierungszeit 639-608) ist für Israel eine kurze Zeit der politischen Entspannung und des kulturellen und religiösen Aufbruchs. Der Monotheismus wird erst jetzt das dominierende Glaubensbekenntnis. Mitten in dieser Zeit der Konsolidierung steht der Prophet Jeremia auf und warnt vor neuen großen politischen Verwerfungen und Kriegen. Zehn Jahre nach dem Tod von Josia wird Jerusalem von Babylon erobert, 586 wird es zerstört und die gesamte Oberschicht des jüdischen Volkes nach Babylon deportiert. Religiös begründeter Humanismus wird für Jeremia zur Basis seiner Kritik an König und Gesellschaft und zugleich zur Utopie für ein friedvolles Zusammenleben von Menschen und Völkern. Geschichtliche Modelle sind nicht einfach übertragbar auf aktuelle Probleme. Jeremia gibt sich allerdings nicht mit den jeweiligen Zuständen und überkommenden Lösungsstrategien zufrieden, sondern entwickelt Alternativen für eine stets konkrete Humanität.